Ziele der SoKo Weßling
Der Gemeinderat von Weßling will in seiner laufenden Amtsperiode intensiv die Themen zum Klimaschutz für die Gemeinde gestalten und in möglichst breitem Umfang Lösungswege entwickeln und bereits viele Ziele erreichen. Als deutliche Schwerpunktsetzung hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 24.Juni 2008 über den schon existierenden Umwelt- Ausschuss hinausreichend ein Referat für Energie und Klimaschutz eingerichtet und mich einstimmig als zuständigen Referenten gewählt. Die Themenpalette des Klimaschutzes reicht breit gefächert hinein in das Bauwesen und die Gebäudesubstanz, in die Energieversorgung, in den Naturschutz und muss nicht zuletzt durch Diskussion seiner Themen und Ziele mehr Verständnis, Verantwortungsbewusstsein und Verhaltenskorrekturen bei seinen Bürgern erreichen können. Diese Aufgaben reichen weit über die Standardthemen einer Verwaltung hinaus und ein Ausbau der Arbeitskapazität war somit dringend erforderlich. Durch die verstärkte Einbindung unserer Energieberaterin Frau Diplom-Ing. Petra Slawisch ist jetzt sichergestellt, dass der Klimaschutz auch sichtbare Veränderung in unserer Gemeinde erreichen wird.
Erste Erfolge
Die Gemeinde ist Mitglied im Verein "Energiewende Landkreis Starnberg" und im nationalen "Klima-Bündnis", wir werden im Rahmen der "Kommunalen Klimaschutz Initiative" gefördert und wir haben für die energetische Sanierung des Kinderhortes in Hochstadt Fördermittel in Höhe einer halben Million Euro erhalten. Danach wurde das gemeindeeigene Wohnhaus im Angerweg / Hochstadt vollständig energetisch saniert. Zur Zeit läuft das Projekt einer umfangreichen energetischen Sanierung unserer Schulsporthalle.
Eine Festlegung darauf, dass alle Neubauten der Gemeinde dem Passivhaus-Standard unterliegen, fand leider im Gemeinderat nicht die erforderliche Mehrheit.
Das zweite Bürgersolarkraftwerk auf dem Freizeitheim in Hochstadt ging im Oktober 2009 an das Netz und ergab im Jahr 2010 einen Ertrag von über 31 000 kWh und lag damit 5 % oberhalb der Prognose. Das dritte Bürgersolarkraftwerk ist eine Zusammenfassung zweier Installationen, beide auch in Hochstadt. In der Rechtsform einer GbR haben sich 9 Weßlinger Familien zusammen- geschlossen. Das Investment lag bei ca. 150 000 €.
Nachdem eine Analyse des Energieverbrauchs in Weßling erstellt wurde, wird der Schwerpunkt unserer Bemühungen die energetische Sanierung des umfangreichen Privat-Hausbestandes sein müssen. Es wurde bereits ein Antrag gestellt, im Haushalt 2011 der Gemeinde dafür Fördermittel vorzusehen. Mit einem positivem Votum hätte Weßling dann den in anderen Gemeinden des Landkreises üblichen Standard erreicht.
Globaler Klimaschutz
Klimaschutz bedeutet vorrangig die Emissionen des für unsere Atmosphäre schädlichen Kohlendioxids CO2 deutlich zu reduzieren. Schon seit einiger Zeit treiben wir ein wahrlich lebensgefährliches Experiment mit der Erde, unserem Lebensraum. Der Anteil des Kohlendioxids in der Atmosphäre scheint mit zZt. 0,038 % zwar äußerst gering zu sein, jedoch ist sein Einfluss auf den Strahlungshaushalt und damit der Reflexion der Wärmestrahlung zurück auf die Erde und somit der direkte Einfluss auf unser Klima gravierend. Als Treibhauseffekt werden die damit verbundenen Gefahren seit langem diskutiert.
Der Planet Venus gleicht in Größe und Masse unserem Planeten Erde - dadurch, dass sie dichter an der Sonne positioniert ist, sollte dort die Temperatur ca. 20 Grad höher als bei uns sein. Es sind jedoch über 500 Grad. Der Grund ist darin zu sehen, dass 75 % der Venuswärme reflektiert wird, auf der Erde sind es nur 25 % – noch.
Die Weltpolitik will den Temperaturanstieg auf der Erde auf nur 2 Grad begrenzen und bezeichnet dieses Ziel als sehr ambitioniert. Aber auch für diesen Fall gibt es keine gesicherte Prognose darüber, wie sich diese Temperaturerhöhung weltweit auf unsere Lebensformen auswirken wird. Bedacht werden muss, das diese 2-Gradgrenze als ein globaler Mittelwert gesehen werden muss. Eine weitere Ausdehnung der Wüsten auf der Südhalbkugel könnte zB. für Europa die Konsequenz einer drastischen Temperaturabsenkung haben. Für den aktuellen Anteil des Kohlendioxyds in der Troposphäre von 380 ppm (0,038 %) sind keine zuverlässigen Modelle über den Regelkreis des Klimas verfügbar, der Bereich des Kontinuums kann bereits verlassen worden sein und die Grenzbereiche radikaler Wetterereignisse sind dann wahrscheinlicher.
Mit unserer Lebensform in Deutschland erzeugt jeder von uns jährlich, gemittelt, 12 Tonnen CO2 , zur Erreichung des 2%-Ziels dürfen es jedoch nur noch 2,5 Tonnen pro Erdbewohner sein. Die Weltbevölkerung wächst, der Lebensraum wird jedoch infolge des bereits existierenden Klimawandels kleiner. In der für uns gewohnten Infrastruktur werden wir nur sehr schwer - auch falls Wille und Einsicht uns leiten sollten - die Marke 2,5 to CO2 erreichen können. Neben den eigenen Bemühungen uns dieser Grenze anzunähern, muss es demnach unser Fokus sein, den Völkern für ihre wirtschaftliche Entwicklung die Technologien zur Verfügung zu stellen, die dort die Prokopf-Emissionen deutlich unter dem 2,5 to Wert halten. Wir verfügen bereits heute über diese Technologien ohne den Einsatz fossiler Energien.
Aber ich möchte Sie an dieser Stelle weder ängstigen noch den Mut nehmen, der notwendig ist, um sich diesem Minimalziel anzunähern. Investitionen heute in den Klimaschutz sind mindesten zehnmal billiger als die Kosten für die zukünftigen Eingrenzungen und der Bewältigung der Folgen des Klimawandels.
Auf dem Weg zur SolarKommune ...
Und jetzt wollen wir Sie mit SoKo-Weßling mitnehmen auf den Weg zu einer SolarKommune, der zweckmäßigen Nutzung der Sonnenenergie, einer Energieversorgung zum Nulltarif. Bevor es soweit ist, werden für die meisten von Ihnen Investitionen, also finanzielle Aufwendungen, erforderlich sein. Der Staat fordert jedoch nicht nur eine Einhaltung der Klimaschutzziele, er fördert sie auch mannigfaltig mit Geldern. Aber auch ohne Fördergelder lohnen sich z. B. Dämmmaßnahmen am Haus durch dann niedrigere Energiekosten in bereits wenigen Jahren. Wir beraten Sie gerne, wenden Sie sich an Frau Slawisch, an das Rathaus (08153-4040) oder an mich.
... In einem ersten Schritt...
... wollen wir Sie auffordern, sich über die Energieerzeugung aus Photovoltaik Gedanken zu machen. Die "Stromerzeugung auf dem Dach" ist nicht teuer! Mit weniger als 2600 € kann 1 kW auf einer Dachfläche von ca. 6 qm installiert werden. Ein Dreipersonen-Haushalt verbraucht typisch 4000 kWh Strom im Jahr. Um diesen Bedarf selbst zu decken, ist eine Photovoltaikanlage von 4 kW erforderlich, also ca. 24 qm Dachfläche und ein Investment von ca. 10000 €. Das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) honoriert diese Strom-Ernte mit ca. 1150 € pro Jahr. Sozusagen ein "Volksdach", 60 Jahre nach Einführung des Volkswagen, und beides läuft und läuft und läuft. Die PV-Anlage ist aber emissionsfrei und in 20 Jahren ergibt sie sogar noch einen Ertrag von 23000 €, mit Staatsgarantie.
Auch Solarthermie, die solare Warmwassererzeugung, ist ein lohnendes Geschäft. Informieren Sie sich bitte, in Gesprächen mit Bekannten, mit der örtlichen Bank oder Sparkasse, mit Ihren Gemeinderäten, mit Frau Slawisch oder mit mir.
Mit sonnigen Grüßen,
Ihr Prof. Dr-Ing. HG Heuck, Energie- Klimaschutzreferent der Gemeinde Weßling
